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Baumgedanken
Eile mit Weile
er hat keine Eile
schaut herunter von Kronen
auf Häupter, die nicht mehr wohnen
legten sie an Wurzeln von Ästen
unter Vogels Heim in Baumes Kästen
gut versiegelt mit gefalteten Händen
so werden auch wir einstens enden
(c) Margit Farwig


Glockengeläute
Nun hört mal zu, ihr Schachbrettholden
gleich will es Abend sein, ich läute
und ich erscheine nur so golden
seit ich mein Wurzelwerk vertäute
an diesem Blumenbeet im Garten
bin einer Täuschung aufgesessen
und meine Schwestern werden warten
ich glaub', mich können sie vergessen
nun habe ich mir vorgenommen
der Nacht ein Schlummerlied zu singen
ich seh', ihr schaut schon so versonnen
sanft soll es in den Blüten klingen
und schon lasst ihr die Köpfchen hängen
vertrauensvoll legt ihr euch nieder
gefolgt von lieblichen Gesängen
frühmorgens sehen wir uns wieder
(c) Margit Farwig 27. 4. 2012






Fliehende Schatten
von gleichgestimmten Seelen
versinken im Meer
(c) Foto und Haiku Margit Farwig

(c) Margit Farwig Aquarell 40 x 30
Schlaf ein, mein Kind
Deine Äuglein fallen zu
sehen einen Traum
auch Dein Teddy reicht den Arm
Du kannst ihm vertrau'n
Teddy nimmt Dich gerne mit
auf dem Fell schlaf ein
und es wird ein Traumesritt
darfst im Himmel sein
tausend Sterne zwinkern Dir
eine Melodie
tausendschön gefällt sie Dir
sie verlässt Dich nie
auf der Himmelsstraße geht
nur für Dich zu seh'n
so ein Stern hat ihn geweht
ach, ein Engel schön
Hand in Hand zieht ihr ins Land
wo die Wiesen grün
Dein Teddy, ausser Rand und Band
Himmelsschlüssel blüh'n
wenn das erste Sonnenlicht
in Dein Fenster fällt
Deine Mutti freundlich nickt
Dich in Armen hält
Schlaf ein, mein Kind
(c) Margit Farwig



Stimmungsvoll
Heute
halten keine Wetter meine gute Stimmung flach
Morgenröte
hinter Bäumen überwältigt mich und ach
steigen
all die bunten Farben eines Morgenleuchtens auf
übertönen
schrilles Wecken wie beim Hahnschrei ist der Lauf
fest
im Griff des großen Bebens weile ich erfüllt am Fluss
lasse
fließen Dankgebete, weil es Zeit ist für das Muss
so
viel unerhört Geschenktes aus dem Wesen der Natur
das
verlässlich in den Zeiten andächtig gefallen nur
und
dem zärtlichen Erwachen folgen helle Töne dann
konzertieren
Melodien nach Gespür und frohem Bann
gleiten
flügellos im Schweben in die Tiefen meines Ich’
meiner
Seele stumme Saite klingend hat erhoben
sich
© Margit Farwig
21. 1. 2012

Stammeslächeln
Menschen bin ich hier begegnet
zum Lebenssinn wurd' ich befragt
grünend hab' ich sie gesegnet
aus Höhen, auch sie überragt
und heute noch erforschen mich
Wanderer an Sonnentagen
sie bleiben stehen, wundern sich
so, als wollten sie was sagen
ich lächle sanft, verschmitzt und stumm
drück' heimlich sie an meinen Stamm
der zwar gestutzt, innerlich krumm
und denk', solange ich noch kann
Foto + Text (c) Margit Farwig


Gebrochen, nicht ganz
Stand ich einst auf grünen Matten
bot den Tieren, Menschen Schatten
hielt die Äste ausgebreitet
habe Herzen still begleitet
dass in ihrem Innern blühe
alles Hoffen ohne Mühe
nach und nach sie dann vergaßen
ihre Sorgen, die tief saßen
blickten wieder froh ins Heute
all' die kleinen, großen Leute
zogen mich in ihr Vertrauen
ließen zu, auf mich zu bauen
heute stehe ich bescheiden
Blicke selten an mir weiden
und wenn, dann nur bedauerlich
wenn's schlimm kommt, auch recht schauerlich
ich bin's gewöhnt, sie wissen nicht
wie schön ein Sonnenstrahl hier bricht
(c) Margit Farwig




Das Frohgemute
Das Frohgemute liegt im Hoffen
es bleiben alle Wünsche offen
sie müssen auch nicht Wahrheit werden
im Schreiben will man sie vererben
in Lichtgestalten offenbaren
die Größen sich, die wirklich wahren
man ziehe ruhig seine Bahnen
wenn sie Gelassenheit erahnen
das Frohgemute schenkt Vertrauen
auf Frohgemutes kann man bauen
im Frohgemuten schwingt die Seele
sie sorgt dafür, dass dir nichts fehlte
(c) Margit Farwig








Himmel öffnen sich
beim Klang des Abendschimmers
in Demut gehaucht
(c) Margit Farwig

Malerisch gestreut
tausend liebe Gesichter
das Pilzgelichter
(c) Margit Farwig

Schneekoppe (c) M. Andresen
Heimat II
Gab es einstmals aus der Ferne
jenes anheimelnde Rauschen
seelenreich im Licht der Sterne
in der Nacht so fein zu lauschen
jählings schwand die Bergsilhouette
Lieder ausgeträumt verklungen
über Berg- und Hügelkette
raue Kehlen nun gesungen
fernes Land im Zeitgeschehen
Heimatlied gen Osten wandert
über Gräber Winde wehen
sinnesgleich zu Fuß mäandert
Träume überwinden Sehnen
blättern zahllos im Gedenken
finden immer neues Lehnen
an Erinnerungsgeschenken
(c) Margit Farwig

Ich heiße Erik
mag euch richtig gern leiden
schaut doch mal zu mir
(c) Margit Farwig
Du Mensch
Verlier
nicht den Halt
den
ein Mensch dir gegeben
wirf
alles weg
nur
nicht dein Leben
fällt
ein Licht durch den Spalt
verlier
nicht den Halt
fall
nicht in endlose Tiefe
entwickle
Kräfte
hör
nicht auf Stimmen
die dich ziehen
als
wenn jemand riefe
fall
nicht in endlose Tiefe
klammer
dich fest am Halt
den
ein Mensch dir gegeben
löse
dich endlich
nur
nicht vom Leben
fällt
ein Licht durch den Spalt
klammer
dich fest am Halt
schau auf zu den Sternen
entfalte
dein Leben
fall
niemals zurück
zu
den dunklen Seelen
fällt
ein Schatten ins Licht
schau
auf zu den Sternen
©
Margit Farwig

Blühende Schönheit
Leuchten Blumen wie Laternen
werden sie zu Angesichtern
und es klingt, als ob von Sternen
Funken sprühen aus den Lichtern
und des Nachts blenden sie leise
dass nicht eine Blüte erwacht
von himmlischen Schwestern weise
mit süßesten Träumen bedacht
strahlend blühen sie am Morgen
so lieblich aus allen Beeten
vom Himmel sie Segen borgen
sind aus dem Schatten getreten
(c) Margit Farwig


Sommerliches
Im Sommer schaue ich ins Grün
das in den Wipfeln schaukelt kühn
und mit den Winden lächelnd spricht
ich schau durch euch ins helle Licht
als Blätterdach bin auserseh’n
wenn allzu wüst die Winde weh’n
die Sonne köchelnd mittags steht
und heiße Luft in Nester weht
ich grüne grüner als der Mai
ich gebe zu, ich bin so frei
denn nach und nach erfreu ich mich
im Grün an einem dunklen Stich
dies wiederum schützt meine Haut
verhindert, dass sie welken schaut
und setzt sich straff der Sonne aus
beschütz mich selbst und auch mein Haus
als Baum bin ich der Welt gebor’n
hab' viele Blätter schon verlor’n
doch Sommertags erleb ich, schau
bin dann so grün, der Himmel blau
© Margit Farwig

Die Heidelbeere
Verlockend hängt im Morgentau
die Heidelbeere elfenblau
nach Beerensitte, altem Brauch
verweilt geduldig sie am Strauch
für Tier und Mensch hat sie geblüht
erst weiß, dann rosa sich bemüht
zu werden eine grüne Beere
nahm zu so nach und nach an Schwere
der Nebelschleier hellstes Grau
vermischte sich mit Himmels Blau
nun so zu leuchten wie die Nacht
zu schmecken gleich der Himmelsmacht
(c) Margit Farwig

Foto: Paul Uhl
Immer wieder der Mond
Im goldverbrämten Wolkenfeld
der gute Mond sich still verhält
die volle Größe noch nicht steht
so manches Lüftchen drüber weht
er lässt sich Zeit, schwebt in der Nacht
beleuchtet dies und das ganz sacht
verfällt in Träume sicherlich
wenn er so lächelt wunderlich
ich schaue grad zum Fenster raus
nun steht er voll und ganz im Aus
am Himmel golden rund und schön
nach Wochen nun einWiederseh'n
die Arme auf der Fensterbank
könnt' ich ihm zuseh'n stundenlang
und knie wie vor einem Bild
verschmelze mit ihm sanft und mild
im Blau der Nacht dein rundes Sein
prägt sich in mir sehr herzlich ein
befinde mich in leichter Trance
zum Träumen eine Riesenchance
(c) Margit Farwig

Die Grüne Libelle
Endlich sehe ich dich
deine Schönheit blieb verborgen
flogst dahin wie ein Strich
Striche fliegen ohne Sorgen
heut' ist ein Freudentag
wandelst heraus aus der Eile
zeigst dich so wie ich's mag
schenkst den Augen reichlich Weile
satt und sehr grün gestreift
im zarten Gelingen
bist einen Sommer lang gereift
will ins Herze dringen
(c) Margit Farwig

Berauschend zärtlich
Aus Tiefen einer
Sehnsuchtsnacht
berauschend zärtlich noch am
Morgen
ein Herz, das in Erfüllung
lacht
schöpft Lächeln Sinn verborgen
die Venus lenkt sich ins
Versteck
im Tau verblasst ihr
nächtlich Gold
verliebt denkt sie an sich
und keck
belauscht sie den Herrn Mond
so hold
und er schwankt bleiern
übers Feld
aus Sternen abertausendfach
war er doch nächtlich noch
ein Held
nun werden ihm die Beine
schwach
aus Tiefen einer
Sehnsuchtsnacht
berauschend zärtlich noch am
Morgen
erblüht ein Herz so lieblich
sacht
knospenreich und still
verborgen
© Margit Farwig

Fotographiert in Tecklenburg: www.toepferei-tecklenburg.de
Vom Grau ins Blau
Es
rettet sich das triste Grau
ins
Blatt des ewig grünen Efeus...
wenn ich dem Himmel nicht mehr trau
fall
ich in Arme eines Morpheus
und
drehe ich mich dreimal rum
gekuschelt bis in sieben Kissen
nehm’
ich dem Grau schon nichts mehr krumm
und
schlafe ein mit diesem Wissen
dort träum’ ich mich ins Paradies
von
Kostbarkeiten bin umgeben
lieg’
auf dem Rücken auf der Wies’
und
denk’, hier winkt das blaue Leben
© Margit Farwig
20. 6. 2011

Fotographiert in Tecklenburg: www.toepferei-tecklenburg.de
Träumeschlummern
In
Oasen schlummern Träume
die
von fernem Glück erzählen
Sehnsucht
wecken, es zu kosten
oder
nur den Duft des Reichtums
einzuatmen
eine Weile
diese
Formen, diese Farben
tragen
dort hin alle Sinne
und
ein wundersames Klingen
fremden
Saiten sie entlocken
ich
lausche und bin mittendrin
© Margit Farwig
Mond
gemalt
Wie
gemalt ein Mond,
der
sich nicht schont,
die
Strahlen zu bekränzen,
mit
Liebeslied und Tänzen,
so
lob ich mir den guten Mond,
wie
er am schönsten oben thront.
ein
etwas anderes Gedicht,
warum
nicht, es durchaus besticht...
© Margit Farwig 15. 6. 2011

Glockenblume
Tönend Licht auf leichter Hülle
Blau in Blau unendlich tief
meiner Seele Blumenfülle
nur nach diesem Blau sie rief
will vergehen in der Klarheit
die so liebend ich hier fand
keine strahlte mehr an Wahrheit
als in diesem blauen Band
(c) Margit Farwig
(c) Margit Farwig

Am Rand der Erschöpfung
Ganz schwindlig wird mir schon vor Augen
vom vielen Blütennektarsaugen
ich lege mich ein wenig nieder
ins Blütenbett und komme wieder
wenn mir die Flügel geben Zeichen
nun soll die Kraft für Stunden reichen
© Margit Farwig 11. 6. 2011

Hohe Zeit
In dieser Nacht, wenn er erwacht
wird sie die Frau des Herrn von Mohn
es ist gewiss, sie weiß es schon
der Wind hat's überbracht
er hatte sich zu tief verneigt
verfing sich gar im Hochzeitskleid
ungeahnt das Rot entflammte
was ihm im Herzen lange brannte
entzückensreich verlor die Knospe
gar ihren Halt und sprosste
erblühend sanft so Ton in Ton
mit der verehrten Frau von Mohn
nun leuchten sie ganz ungemein
schon morgens in den Tag hinein
sie zünden viele Feuer an
dass jeder sich erwärmen kann
© Margit Farwig

Blaue Libelle
Flieg’
nicht fort, Libelle
immer
auf die Schnelle
halt’
ein, bleib’ doch bei mir
ich
dich fotografier’
halt
mal stille, bitte
jetzt
noch ein paar Schritte
riskier’
nur einen Blick
für
diesen leisen Klick
es
tut auch gar nicht weh
ich
sage dir dann geh
ach,
siehst du, wunderschön
danke,
auf Wiederseh’n
© Margit Farwig 7. 6. 2011
Eis am Stiel
Du bist mir fremd
nun erkennen wir uns
wir sind Schleckermäulchen
wir tragen unsere Wonne
so herzerquickend zur Schau
und vergessen die Welt
die schmunzelnd zusieht
liebes Hundchen
(c) Margit Farwig

Wacholderstrauch
Regendunkelndes Grün
schwankt
Willen
gebrochen mit
Verlust
bringt Befremdung
in
Silhouette am Abendhimmel
für
immer
Äste
aus feinsten Nadeln
vibrieren
geschickt
suchen
Gleichgewicht
Balanceakt
bewahrt
vor Zerstörung
gewachsener
Anmut
© Margit Farwig
(c) Margit Farwig

Fotographiert in Tecklenburg: www.toepferei-tecklenburg.de
Oasen
Ich schwimme
auf Wogen, die tragen
und lasse mich nieder am Ufer
Glück und Zufriedenheit
es sind grün umrankte Oasen
des Friedens und der Liebe
und lausche den Klängen
eines Seelenfriedens
wunderbarer Ort
© Margit Farwig

So lind und so lau
Jetzt so im Rauschen
das Plätschern am Teich
möcht' ich nicht tauschen
ich fühl mich so reich
verwoben im Grün
von des Himmels Blau
ein Lüftchen, wie schön
so lind und so lau
Spritzer mich streifen
ich schmecke den Duft
die Zeit will reifen
verschwenderisch ruft
sollst Fülle spüren
genießen den Wein
Herzen berühren
verweilen im Sein
(c) Margit Farwig

Fotos (c) Margit Farwig
Am Weiher
Am Weiher ging ich spazieren
und bemerkte, ganz sonderbar
dass ich nicht alleine war
auf hohen Stelzen schritt er daher
und wunderte sich genau so sehr
Reiher und Mensch
auf der gleichen Welle
während die Fische
zum Panieren sich tummeln
ich auf der Bank zunächst
um dann erneut zu bummeln
bittet der Reihe zu Tische
ein Sortiment lebender Fische
die Mahlzeit fällt recht üppig aus
ganz Schwärme ziehen von ‚Haus zu Haus’
sie streifen mit ihrem Schuppenkleid
die Diagonale und die Zeit
wenn man so viel Weitblick erhält
wir schwimmen fast um die ganze Welt
was kann gar noch schöner sein – und
landen alle in seinem Schlund
© Margit
Farwig
Roter Strauch
Sein Rot leuchtet wie gezündet
ein Strauch nur so sich begründet
strahlend tönen, irdisches Sein
geschliffen an glühendem Stein
Blüten so zart im roten Licht
feurig und ich versteh’ es nicht
solchen Zauber an sich zu binden
nur im Himmlischen zu finden
Glut getränktes Erdenblühen
ist ein Azaleenglühen
(c) Margit Farwig

Das Pflänzchen
Genau genommen bin ich stark
ich zwänge mich durchs
Pflaster still
mein Wesen drängt darauf
autark
mich überall behaupten will
und habe ich es dann
geschafft
entwickelt sich mein wahrer
Kern
so manches hat’s schon
hingerafft
nun bin ich da, ich wachse gern
(c) Margit Farwig

Vogelgezwitscher
auf Magnolienzweigen
sanft wiegt sie der Wind
Foto + Text © Margit Farwig

Grüntöne
die wärmende Sonne
die Bank
das Plätschern der Fontäne auf dem Wasser
das Hin und Her der Enten
das plötzliche Auffliegen
die Ruhe im Wirrwarr der Geräusche
ich lehne mich zurück
schaue ins Grüne
ins Wasser
zähle die Grüntöne ringsumher
die Nuancen der Palette Natur
unzählig, ich gebe auf
ergebe mich der Schönheit
der Stimmung lähmender Süße
© Margit Farwig

Im Wort gesteinigt
mit loser Hand geworfen
das Wort aufersteht
Bild und Text (c) Margit Farwig

Krötenwahnsinn
Verärgert
aus dem Wasser schaut
ein
Kröterich ganz ohne Braut
ein
andrer hat sie frech geklaut
und
seine Zukunft ihm verbaut
plötzlich
sitzt da eine dicke
eine
ganz besonders schicke
in
Erwartung seiner Blicke
eine
Kröte, welche Zicke
quellen
ihm die Augen über
ja,
die nehme ich noch lieber
komm
doch, Kleine, schau mal rüber
du
gehst drunter, ich geh drüber
abgemacht,
du süßes Weibchen
spring’
nun auf dein dunkles Kleidchen
mit
den Warzen in dem Leibchen
könnt’
dich fressen, Scheib’ für Scheibchen
© Margit Farwig
26. 03. 2011

An der Vechte
Wellen
leise transportieren
der
Wolken Weiß, des Himmels Blau
und
sie stocken vor der Teilung
der
Arm gespalten sich entzweit
rein
gewaschen zieren Wolken
so
weiß gebleicht im schnellen Gang
nur
hier und da ein dunkles Grollen
sie
stört es nicht, sie fühl’n sich blank
die
Mischung macht’s wie überall
der
Fluss, er selbst entlässt sich mild
ein
Haubentaucher taucht ganz ab
viel
weiter abwärts grüßt sein Bild
zur
Ruhe fällt in leisem Takt
gemessen
nur am Amsellied
all
abendlich sie Sehnsucht packt
die
nun die Dämmerung berührt
© Margit Farwig
Lügen
Lügen haben kurze Beine
Nehmen selbst die kurze Leine
Atmen fällt besonders schwer
Wo nimmt man die Wahrheit her
Wahrheit, die ein jeder kennt
Sie man gern beim Namen nennt
Doch ist sie im Zweifelsfall
Nur ein Hauch, ein dürrer Schall
Geh mir mit der Wahrheit weg
Dient sie meistens eignem Zweck
Wenn’s was zu vertuschen gilt
Die Lüge nur so aus ihm quillt
Quillt aus wem, wer ist betroffen
Alle, die so gerne hoffen
Niemand hinter diese schaut
Wenn er auf die Lüge baut
Ist ja wohl nicht leicht zu sagen
Frei heraus eignes Versagen
Schließlich versagt ein jeder mal
Ist er feig’, wird’s ihm zur Qual
Hässlich solche Narben stechen
Halten sich an kein Versprechen
Sicherlich, sie wollen ruhen
In ihren Not- und Lügenschuhen
Und die Moral von der Geschicht’
Befasse dich mit Lügen nicht
Die Wahrheit, wenn auch unbequem
Siegt über Lügen, wenn sie geh’n
© Margit Farwig

Frühlingsdüfte
Singender Wind
leiser als der Grille Lied
fällt schlingernd
in das Grau der Seele
die sanft und duldsam hofft
auf Glockenstürme
aus dem Blumenmeer
ach, Schneeglöckchen
und Narzissen
läutet doch so laut
so laut wie ihr könnt
dass es in den Ohren schallt
bis auf den Grund der Seele
die nun ihr samten Blau anlegt
mit dem Wind ein Tänzchen wagt
in Frühlingsdüften wunderbar
©
Margit Farwig
Übers Meer
Eine kleine Melodie
schwebt leise über Meere
wandelt sich zur Sinfonie
zur luftig leichten Schwere
Glanz bedeckt die Morgengischt
Meeresspiegel sinkt zurück
Glas geperltes Lichtgesicht
zärtlich kleiner Wellen Glück
© Margit Farwig 15.8.2009
Dichten
Ein Mensch, der dichtet
welch ein Genuss
will leider nicht
sehr zum Verdruss
selbst alles erleben
was er so dichten muss
er begnügt sich mit vagen
leicht hingeworfenen
Andeutungen und Fragen
beleuchtet die Verdorbenen
in schmerzlichen Szenen
in der Bahn oder im Wald
einmal gehört, auch gesehen
es passiert dann sehr bald
blutbefleckt in rasender Gier
wahrheitsgetreu – auf Papier
was will ich sagen zum Schluss
warte auf den Musenkuss
© Margit Farwig
Elfengelichter
Es flackert und flirrt, sie sind ganz verwirrt
was heut' wird gescheh'n, ist einfach zu schön
im Tal der Rosen, in Düften kosen
Elfengesichter, Elfengelichter
dringt hin zu Bäumen, wecken in Träumen
versunkenes Glück, besinnt sich zurück
es wollt' nicht enden, was in den Händen
von Elfen geseh'n, es wird einfach schön
Girlanden im Hain, bunt sollen sie sein
gewunden zum Glück, der Elf kommt zurück
und seine Brüder singen die Lieder
von Hochzeiterei, ja, Tandaradei
heute ist Hochzeit, die Elfen bereit
im Tanz auf Füßen, zart sie begrüßen
Gäste auf Flügeln, in leichten Zügeln
Flöten spielen auf, es nimmt seinen Lauf
es flackert und flirrt, sie sind nun verwirrt
was heut' ist gescheh'n, ist einfach zu schön
(c) Margit Farwig 24. 9. 2009
Die Wegwarte
Lyrisch lieblich steht am Wegesrand
wehend ein Blümelein mit blauem Band
es trifft auf ihn, den The-oretiker
der heimgesucht als Zen-erotiker
nicht Augen liebt er, nur die Lider
sein Ohrenfell bebt auf und nieder
schenkt selbst sich noch zum Hochgenuss
heimlich leise einen zarten Kuss
und zählt zum Glück auf einer Ackerkrume
vermählend mit der letzen Blauen Blume
verzehrend und in aller Stille
einpflanzend sich als letzter Wille
© Margit Farwig
Zen
bezeichnet die Sammlung des Geistes und die Versunkenheit,
in der alle
dualistischen Unterscheidungen wie Ich und Du, Subjekt und Objekt,
wahr und
falsch, aufgehoben sind. Der Weg des Zen ist also eine
mystische Erfahrung.-Mehr darüber erfahren Sie bei Wikipedia.
Bewegung am Himmel
Die große Wolkenwanderung
begibt
sich träge, ohne Schwung
kein
einzig leises Lüftchen weht
von
West nach Ost schiebt sich und geht
im
ungewissen Himmelslauf
senkt
müde sich und rafft sich auf
ach,
mit sehnsuchtsreifen Blicken
wähnen
sie sich voll Entzücken
auf
welchem Goethe einst verweilt
auf
seinem Diwan, und es eilt
majestätisch,
schwarz verdunkelt
schon
von weitem wird gemunkelt
hier
wird’s keine Hilf’ mehr geben
Wolken
bangen um ihr Leben
stolziert
die Eigerwolkenwand
einher,
hebt grimmig ihre Hand
vertreibt
die lustverwöhnte Schar
wie
Gänse fort für immerdar
© Margit Farwig 11.11.08
Seelen
die zwischen Himmel und Erde
nach Köstlichkeiten suchen
in reinster Schönheit
begegnen Menschen
die den gleichen Hunger stillen
erlebte Sternstunden
in kostbaren Schalen
glückselig nach Hause tragen
im
Reich der Sinne
bebt
der Nachhall unaufhaltsam
und
trägt die Herzen
auf
Rosenblüten zurück
zu
den Sternen
© Margit
Farwig
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